Samstag, 31. März 2012

Syrien: Die Adäquanz der ARD-Propaganda

In keiner deutschen Nachrichtensendung: Bejubelter Assad in Homs, 27. 2. 2012,

Liebe Leser, es gibt derzeit im Internet eine umfassende Auseinandersetzung mit der Propaganda des Westens. Wir empfehlen die Blogs dieser Kollegen. (Der Versuch, das Internet zu zensieren ist übrigens ein absichtlicher und direkter Angriff auf die Bürgerbewegung im Netz.) Die Rolle des Imperialismus, die UNO als Geisel der NATO und die gegenwärtigen Kriege sind Gegenstand vieler kluger Beiträge. Unser Thema auf "Hinter der Fichte" ist die Entlarvung des Einsatzes der deutschen Medien-„Anstalten“ im Krieg um die Köpfe. Schauen wir uns die letzten faulen Früchte der ARD an.

Die Propaganda der ARD gegen Syrien geht weiter

"Hinter der Fichte" berichtete am 17. 1. 2012 über ein syrienfeindliches ARD-Propagandastück der übelsten Sorte („Heimlich in Homs“). Das Medienmagazin ZAPP des NDR ließ sich unter Anja Reschke für das Blendwerk einspannen und arbeitete aktiv an der Glaubhaftmachung der Lügen der psychologischen Kriegsführung mit.
Die Empörung in Kreisen der Blogger und ihrer Leser war allgegenwärtig. Olaf Kretschmann schuf ein Blog Heimlich in Homs und zerlegte die Tricks in diesem Propagandastreifen der NATO Schritt für Schritt. Eine außerordentliche Fleißarbeit. Danke dafür. Er forderte die ARD zur Stellungnahme auf, doch nichts Substantielles kam von dort.
Erst ein Vierteljahr später (!) hat der NDR nun die Sprache wiedergefunden und - mit einer verlogenen Prise Reue garniert - sich für diesen Schund nicht entschuldigt, sondern behauptet, man habe lediglich „ein unvollständiges Bild“ gezeichnet. Welcher der Zuschauer von damals wird das überhaupt mitbekommen? Das Ziel der Hetze ist längst erreicht.
Greifen wir die Kernaussagen der Tagesschau-Leute in diesem neuerlichen ZAPP-Beitrag vom 28. 3. 2012 heraus:
„Die Echtheit der Rebellen-Videos ist schwer zu beurteilen
Das Problem: Viele Aufnahmen stammen aus dem Internet, aufgenommen von Aktivisten in den Protesthochburgen. Redaktionen sind darauf angewiesen. Denn nur wenige westliche Journalisten wagen sich zurzeit nach Syrien.“
Das ist eine Lüge, die penetrant wiederholt wird. In Syrien halten sich Hunderte ausländische Journalisten auf, wie dem unterdrückten Bericht der AL-Beobachtermission  (Anhang II, ab Seite 17) zu entnehmen ist. (siehe auch "Warum die Arabische Liga den Bericht nicht veröffentlichen will.") Christoph Hörstel befindet sich derzeit in Syrien und berichtet auf „ASR“. Warum fragt ihn sein ehemaliger Arbeitgeber ARD nicht nach seinen Berichten, wenn Journalisten vor Ort doch so rar sind?
„Diese Bilder zeigen immer dieselbe Perspektive, den mutigen Freiheitskampf der Syrer gegen den Diktator. Dass sich nicht das ganze Land daran beteiligt, kommt beim Zuschauer kaum an.“
Meinungen und Stimmungen werden durch Worte und Bilder erzeugt, deren Wirkung nicht unterschätzt werden darf. Die scheinheiligen Worte des NDR implizieren, die Mehrheit „der Syrer“ beteiligt sich am Kampf gegen den „Diktator“,  nur „nicht das ganze Land.“ Es gebe einen mutigen Freiheitskampf „der Syrer“. Die vom Ausland eingeschleusten und ausgerüsteten Kämpfer, über die Al Jazeera-Journalisten nicht berichten dürfen und deshalb kündigen, werden auch bei der ARD ausgeblendet.
"ZAPP befragt hierzu den zweiten Chefredakteur von ARD-aktuell, Thomas Hinrichs: 'Würden Sie sagen, insgesamt bekommt der deutsche Zuschauer ein adäquates Bild von der Lage in Syrien?' 'Die Frage stellt sich an vielen Brennpunkten der Welt.', gibt Hinrichs zu bedenken, "Bekommen wir ein adäquates Bild von China? Bekommen wir ein adäquates Bild aus Russland? Bekommen wir ein adäquates Bild aus Amerika? Sie werden immer nur Ausschnitte zeigen können, Tatsache ist, dass sehr viele Menschen, Tausende von Menschen in Syrien gestorben sind. Das bilden wir ab. Es herrscht dort eine Art Bürgerkrieg und diese Bilder muss man einordnen."
Wie sich dieser Chefredakteur windet, gleicht einer Bauchtanznummer.
Wer muss was einordnen? Es gibt niemals ein „adäquates“ Bild in der ARD. Schon über den NATO-Krieg gegen Libyen wurde bei ARD und ZDF nur das berichtet was die NATO freigab. "Hinter der Fichte" läuft 2011 bis heute an Beweisen dafür über.

Adäquate Bilder der ARD

Das „adäquate“ Bild der Tageschau von Russland besteht in Berichten und Stimmungsmache gegen Putin und die vom Westen finanzierte „Opposition“.
Das „adäquate“ Bild über China besteht in Berichten über ausgewählte „Bürgerrechtler“ (darüber wird hier demnächst ausführlicher berichtet) die vorrangig von Kriegsverbrechern wie Clinton oder Hague und ihren NGOs promotet werden.
Das adäquate Bild von Amerika besteht im Verschweigen des massiven Abbaus der Bürgerrechte bis hin zur Einrichtung von Lagern (!) und dem unbegrenzten Wegsperren von Menschen mit eigener Meinung - ohne Anklage und für unbestimmte Zeit. Dafür erleben wir in ARD und ZDF bis zum Erbrechen eine „adäquate“ Berichterstattung über die amerikanischen Partei-Vorwahlen. Das versteht die ARD unter „adäquat“.
Doch das ist kein Einzelfall sondern hat Methode. Sie zieht sich durch die gesamte Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anstalten über Syrien.
Noch ein Beispiel für den Einsatz von Worten zur Meinungsmache?

Meinungsmache aus Kairo

ARD-Mann Peter Steffe meldet am 28. 3. aus dem ARD-Nest in Kairo über dessen Lügen wir schon oft berichtet haben. Beachten Sie welche Worte von der ARD für die Darstellung welcher Bürgerkriegspartei benutzt werden:
„Nach wie vor gehen Regierungseinheiten weiter mit brachialer Gewalt und heftigem Beschuss gegen Rebellen vor. Regimegegner berichten von Kämpfen aus mehreren Städten und Dörfern. Dabei soll es gestern und heute zahlreiche Tote gegeben haben.“
Assad: "brachial", "heftig", gegen „Rebellen“, "zahlreiche Tote".
Als Assad bei einem ganz offiziellen Besuch in Homs von der Bevölkerung freudig begrüßt wurde schreibt die ARD:
„Auch in Homs, wo sich Syriens Präsident Assad gestern Nachmittag öffentlichkeitswirksam im von eigenen Truppen fast völlig zerstörten Stadtviertel Baba Amr blicken ließ, sei es zu Gefechten gekommen."
Das ist Adäquanz a la tagesschau: Baba Amr wurde in der ARD nicht von feindlichen „Rebellen“ mit ausländischen Waffen besetzt, sondern von Assads Leuten fast völlig zerstört.
Und ein Besuch vor Ort, da wo ein Staatschef hingehört, wird abgewertet mit„lässt er sich blicken“. Als Sarkozy und Cameron 2011 im von ihnen besetzten Libyen waren, direkt an dem Orten der von ihren „Rebellen“ angerichteten Massaker, überschlug sich die ARD und jubelte das ganze zum Staatsbesuch hoch. Der Kairoer ARD-Chef Armbruster hatte gar in Tripolis nur fröhliche Menschen gesehen und ein Massaker der Rebellen in einem Krankenhaus in Tripolis verschwiegen.
Darin also besteht die NATO-„Adäquanz“ der ARD. Mich graut es. 

Adäquater Nachtrag aus Abu Dhabi

Gulf News/Abu Dhabi, 28. 3. 2012: "Einwohner weinten und jubelten."
Die emiratischen Gulf News, die Syrien sicher auch nicht wohlgesonnen sind,  berichteten am gleichen Tag über das „Blickenlassen“ Assads auf ihrer Titelseite deutlich anders:
„Inzwischen unternahm Assad gestern eine Tour durch die frühere Rebellenhochburg Baba Amr in Homs, den Einwohnern versichernd, dass das böse zugerichtete Stadtviertel wieder aufgebaut wird und das normale Leben fortgesetzt werde. ‚Baba Amr wird viel besser als zuvor.‘ sagte der Präsident Dutzenden Einwohnern als er die Zerstörungen infolge des monatelangen Überfalls der Regimekräfte begutachtete. Der kurze Besuch wurde vom Staatsfernsehen ausgestrahlt. Assad, im leichten Nieselregen, diskutierte während der Tour die die Wiederaufbaubemühungen und sagte, dass ein Plan notwendig sei um sicherzustellen dass die Einwohner in ihre Häuser zurückkehren können. ‚Wir haben einen Zeitplan aufzustellen, um die Leute zu informieren, wann sie zum normalen Leben zurückkehren können.‘ schnappte man vom Präsidenten auf. Viele Einwohner, einige weinend, jubelten ihm zu und eine Frau umarmte und küsste ihn.“

Sonntag, 18. März 2012

Post Scriptum - Was wegen der Syrien-Berichterstattung bei uns liegen blieb

Falls im Zusammenhang mit "Horch und Gauck" mal wieder einerseits DDR-Bashing und Stasi und andererseits BRD-Lobhudelei und Rechtsstaatsgefasel zur Rechtfertigung imperialistischer Zwangsmassnahmen aufpoppen, hier ein Beitrag für mehr Ausgewogenheit des Geschichtsbildes.
"Ausser Kontrolle - Wie der Verfassungsschutz die Verfassung bedroht."
Hinweis für geschockte Propagandisten des Überwachungsstaates, farbiger Revolutionen und "humanitärer Angriffskriege": Es kann durchaus Erkenntnisgewinn bedeuten, die Dokumente der Linken zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen - wenn man kann.

Haben mal ein Video für die  Agitatoren der westlichen Freiheit online gestellt, die offenbar reflexartig nur westlichen Quellen Glauben schenken. Viel Freude beim Widerlegen.

Wie viel Freiheit hat Amerika schon verloren?

Deutschland: Reaktionärer Gauckler wird Galionsfigur

"Junge Welt" von heute:
"Mit der Aufstellung Gaucks haben sich CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne – die große Koalition der Neoliberalen also – für die wohl reaktionärste Variante zur Neubesetzung des Präsidentenamtes entschieden. Welche besondere Qualifikation Gauck dafür mitbringt, bleibt schleierhaft: Er hat wenig Erfahrung im Politikgetriebe, er war weder »Freiheitslehrer« noch »Bürgerrechtler«, wie es seine Befürworter behaupten. Im Gegenteil: Er war zu DDR-Zeiten ein Anpasser, der von sich aus auch den Kontakt zur Staatssicherheit gesucht hat. Einer, der gut und komfortabel mit den Vergünstigungen lebte, die ihm die Behörden im Gegensatz zum »normalen« DDR-Bürger zugestanden haben. Wie jW-Recherchen bei Rostockern ergaben, die Ende der 80er Jahre Kontakt zu Gauck hielten, war er zwar bekennender Antikommunist, hatte aber im übrigen nichts gegen die Existenz der DDR. Erst nachdem Erich Honecker im Herbst 1989 als SED-Chef zurückgetreten war, nahm er an Veranstaltungen der Opposition teil."

Samstag, 17. März 2012

Syrien: Hörstel kann unabhängig berichten/Terror ist "Terror"

Christoph Hörstel informierte uns  heute per E-Mail über seinen Bericht aus Syrien. Er berichtet direkt aus Damaskus für und auf "Alles Schall und Rauch".
Der Tag zeigt uns:
1. Journalisten können völlig normal nach Syrien einreisen und eine unabhängige Berichterstattung ist möglich.
2. Die Behauptung, das Land wäre abgeschottet, Assad ließe niemanden herein, der Westen und seine MSM könnten Nachrichten nicht verifizieren ist eine Schutzbehauptung der Psychologischen Kriegsführung und eine Lüge. Nicht Assad, sondern die Beobachtermission der Arabischen Liga listete endlos und detailliert die überwiegend westlichen Journalisten in Syrien auf.
3. Wenn Christoph Hörstel klare Bilder senden kann, könnte das auch der Westen oder die sogenannte "Opposition". Doch in verwackelte Handybilder können PsyOps, der Mainstream, die Propaganda so viel hineindeuten.
4. Die ARD zitiert immer noch die lächerliche Snack-Shop-Beobachtungsstelle, die weltweit ausgelacht wird und nur noch absolute Scheuklappenträger und oder die üblichen Trolls der ARD wie "tagtest" und "german-canadian" überhaupt erwähnen. Doch diese "Beobachtungsstelle" um den Grundschüler Rami verkündet, die Anschläge hätten der Kriminalpolizei und dem Geheimdienst gegolten. Woher weiß Rami das überhaupt und woher weiß Rami das zu einem Zeitpunkt wo es noch nicht mal die Agenturen bringen?
5. Christoph Hörstel berichtet hautnah über die heutigen Terroranschläge von Damaskus. Die ganze Welt betrachtet Autobombenanschläge als Terror - was sonst? Das staatliche deutsche Fernsehen aber wagt sich nicht einmal den Terror "Terror" zu nennen, sondern traut sich nur indirekt zu berichten, syrische
"Staatliche Medien bezeichneten die Explosionen als "terroristische Angriffe".
Ja, hallo, was sind denn Autobomben, wenn nicht Terroranschläge?
Während sogar bei Al Jazeera die Journalisten weglaufen, weil sie die Lügen nicht mehr mitmachen wollen, scheint es die Untertanen bei ARD und ZDF nicht zu stören, wenn in ihrem Haus das journalistische Berufsethos mit Füßen getreten wird.
Übrigens Christoph Hörstel war mal einer der wichtigsten Journalisten der ARD. Er IST ausgestiegen und Moral und Ethik eines Journalisten treu geblieben.

Lieber Christoph,
wir wünschen Dir - einem wahren und aufrechten Journalisten - viel Erfolg in Syrien und freuen uns auf Deine E-Mails.

Berichte

Donnerstag, 15. März 2012

Uganda: Kony Bin Laden

Einmal kurz drüber reden und Schluß
Wir erhalten einige Anfragen zu Kony. Keiner kannte Kony, bis im Internet ein perfekt gestyltes Video auftauchte. Komisch, nicht? Wir sollten nicht über all die Stöckchen springen, die uns allen von der imperialistischen Propaganda hingehalten werden.
Außerdem gibt es sehr gute Kollegen wie ASR die das Thema bereits behandeln.
Bomben auf Afrika
Kony, so es ihn denn überhaupt noch gibt, ist eine Requisite wie Osama Bin Laden und bedeutet für die NATO vor allem die nächste Stufe auf dem Weg nach Afrika hinein; nachdem schließlich der widerspenstige Gaddafi diffamiert, gejagt, beseitigt und Libyen besetzt wurde. Jetzt wollen die Mörder von Vietnam My Lai, Grenada, Afghanistan, Irak, Pakistan, Jugoslawien, Libyen, Syrien noch ein Land "befreien".
Die Unwissenden sollen nach der nächsten „humanitären Intervention“ schreien. Und sie tun es. Wacht auf, Verdummte dieser Erde.

Dienstag, 13. März 2012

Grüne: Weshalb die Grünen für Syrien "Zonen" fordern

Am Beispiel von Kerstin Müller und Cohn-Bendit haben wir enthüllt, wie vehement sich die Kriegsbefürworter für „FlugverbotsZONEN“, „SchutzZONEN“ und „humanitäre KORRIDORE“ einsetzen. Der unsägliche Cohn –Bendit verkaufte die ZONEN schon einmal öffentlich, am 9. 3. 2011 im ZDF:
„Es gab fünf Jahre eine Flugverbotszone in Bosnien, da wurde keine einzige Stellung bombardiert.“
Mit solchen verharmlosenden Tricks machten die Grünen ihre Anhänger für den Krieg (grün: "Revolution") gefügig. Das Ergebnis ist bekannt. 90.000 Opfer zählt sogar die ARD. Selbst die zur Begründung des Krieges herangezogenen Bomben „auf das eigene Volk“ - welche Phrase das geworden ist! – wurden frei erfunden. Natürlich wissen die Grünen das, sie sind ja nicht blöd. Wenn sie also die wirtschaftliche und humanitäre Katastrophe infolge einer „FlugverbotsZONE“ kennen, muss es einen anderen Grund dafür geben,  wie besessen „Zonen und Korridore“ zu fordern. Aber welchen? 
Eine sehr überzeugende Antwort darauf gibt uns eine gehackte E.Mail von Stratfor.
"Libyen hatte keine gefährliche Luftverteidigung, wie sie Russland an Syrien geliefert hat. Die syrischen Rebellen waren auch nicht in der Lage, größere Gebiete zu kontrollieren. Diese Faktoren würden jeden Luftangriff gegen Syrien erschweren. Deshalb kommt Washingtons Widerwillen militärisch involviert zu sein aus der Angst, in einen noch chaotischeren Krieg als in Libyen hineingezogen zu werden. Die potentielle Gefährlichkeit der syrischen Luftverteidigung schreckt eine militärische Intervention ab. Syrien betreibt Luftabwehrraketensysteme in viel größerer Zahl als es Libyen tat und hat sich weitaus besser dem Unterhalt und Ausbau dieser Raketenbatterien gewidmet. Vor allem aber hat Syrien erfolgreich seine Boden-Luft-Raketen-Systeme  nach einem dichten und sich überlappenden Muster platziert, welches potentielle Angriffe auf die Luftverteidigung schwer machen würde. Iran finanzierte angeblich Syriens Einkauf von 50 russischen SA-22 Raketensystemen im Jahr 2007. Im November 2011 soll Russland zahlreiche Radaranlagen ausgebaut und modernste S-300 Raketensysteme an Syrien geliefert haben.  Mit dem russischen Flottenaufmarsch im Mittelmeer kamen auch russische Techniker die Syrien beim Betrieb der S-300-Systeme zur Seite stehen. Der größte Unterschied zwischen Libyen und Syrien aber ist: Die syrischen Rebellen sind nicht in der Lage, bedeutende Gebiete zu halten. Das ist nicht nur bedeutsam für die (Un-) Fähigkeit sichere Räume zu haben von wo sie Angriffe starten können, sondern auch für die sichere Funktion des Netzes der Luftverteidigung. Luftabwehr-Systeme sind so gestaltet, dass sie den Schutz mittels überlappender Luftverteidigungs-ZONEN gewährleisten. Als am Beginn der Revolution das östliche Libyen in die Hände der Rebellen fiel, wurde  diese Überlappung  schwer geschädigt, was wiederum Gaddafis Netz der Luftverteidigung  entschärfte. Die Syrer stehen nicht vor diesem Problem." 
Es sei denn, man richtet solche „Zonen“ – nicht mit Gewalt, sondern unter dem fadenscheinigen „humanitären“ Deckmäntelchen - ein!
Was die Grünen also bewusst fordern (wenn man Dummheit aus gutem Grund ausschließt), sind "Zonen" - wie immer sie auch genannt werden mögen-  in denen es keine syrischen Truppen, sondern NATO-Rebellen, und demzufolge auch keine syrische Luftverteidigung gibt; wo dafür aber die NATO-Jets ungehindert über syrischem Gebiet operieren können. Dann könnte der Luftkrieg nach libyschem Vorbild losgehen. Ergebnis: Ein Land in Trümmern und Chaos, Zehntausende Tote, Amerikaner als Regierung, Öl für den Westen, Folterzentren, sechsmal mehr Gefängnisse als unter Gaddafi, Stammeskriege, marodierende Banden überall, Al Kaida in der Fläche und an der Militärspitze. Das ist die "Flugverbotszone" des Cohn-Bandit.
Nun komme uns keiner, von wegen das hätten die Grünen nicht gewollt. Wenn sie das nicht vorausgesehen haben, wovor wir alle hier gewarnt haben, wären sie wirklich dumm und unfähig. Das sind sie aber nicht.
Da sie es jetzt aber wieder tun, ist sie mörderischer Vorsatz, die  "Zonen"-Penetranz der grünen Kriegstreiber.

Sonntag, 11. März 2012

Syrien: Grünes Märchen von der "Schutzverantwortung"

Kriegshetze der Grünen - tödliche Tradition
Kerstin Müller ist nicht irgendwer. Die heutige außenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag war unter G. Schröder/J. Fischer Staatssekretärin im Außenministerium. Was sie von sich gibt kann also durchaus als repräsentativ für ihre Partei angesehen werden.
Sie veröffentlichte am 6. 3. 2012 in der Frankfurter Rundschau einen fürchterlichen „Gastbeitrag“ unter der Überschrift „Unsere Verantwortung in Syrien.“ Um es vorweg zu nehmen. Diese peinliche Anbiederung an die Imperialen enthält den konzentrierten Erguss der kompletten NATO-Propaganda zur Rechtfertigung von Raubkriegen. Ich kann nicht glauben, dass diese Heuchlerin und die Redakteure der FR ihre Leser schon für so degeneriert halten, dass Müller - ohne eigenen Text dazwischen - einfach NATO-Phrasen aneinanderreihen und abspulen kann. Es handelt sich um exakt jene - augenscheinlich zentral von der "Psychologischen Kriegsführung (PsyOps)" herausgegebenen - Textbausteine, die NATO-Politiker und Mainstreammedien tagtäglich – ohne eigenes Wording – über die vermeintlichen Stimmschafe ausschütten. Sie sind Pflichtbestandteil - nur in wechselnder Reihenfolge - jedweder NATO-Rede, jeder ARD und ZDF oder BILD-Nachricht oder Talkshow zu Syrien:
  • humanitäre Schutzzonen
  • Bilder des Balkankrieges kehren zurück…
  • Die Weltgemeinschaft hat…
  • „Schutzverantwortung“, die „Responsibility to Protect“…
  • entmilitarisierte Schutzzonen entlang der Grenzen…
  • Einrichtung humanitärer Korridore…
  • die Gewalt ist erst beendet, wenn die (syrische) Armee sich aus den Städten zurückgezogen hat 
Das sind die Standardphrasen der Propaganda der NATO-Staaten. (Dazu gehört - öfter als das Wort Sch…. - eine Phrase die inzwischen wirklich schon jeder Depp nachplappert „erschießt/massakriert/bombardiert sein eigenes Volk“) Man findet sie in jedem Mainstreammedien-Bericht über Syrien. Man stoppt diese Phrasendreschmaschine am besten mit Wissen. Diana Johnstone erklärt die Situation in Syrien. Mit freundlicher Genehmigung von Diana Johnstone habe ich ihren Artikel in Counterpunch aus dem Februar 2012 übersetzt. Sie finden ihn unten.  

Grüne Kriegsfanfaren
Trotzdem heute neben den Grünen auch CDU, CSU, FDP und SPD bedingungslos für Kriege und Auslandseinsätze der Bundeswehr agitieren, geht von den Grünen die größte Gefahr aus. CDU, CSU, FDP und SPD sind für deren Kriegsaffinitäten berüchtigt und man kann sich darauf einstellen. Die Bündnisgrünen aber fangen zum einen durch geschickte Gehirnwäsche und PR die Abtrünnigen der anderen bürgerlichen Parteien für das Lager des Imperiums wieder ein und zum anderen bereiten sie sie auf jeden Krieg vor. Sie bedienen sich dazu einer so zynischen Orwell’schen Sprache, dass einem schlecht werden kann. Müllers Geschreibsel ist ein Paradebeispiel dafür. Und viel zu viele Wähler und Parteigenossen gehen ihnen auf den Leim. Es ist ein tragisches Phänomen. Jutta Ditfurth erklärt es und entzaubert die grünen Opportunisten und Kriegstreiber. Wir schauen uns die hier Müllers Phrasen näher an.

„Schutzzonen“ ebnen tödlichen Weg für die NATO 
Zu den gefährlichsten weil verlogensten Phrasen gehört die von den "Schutzzonen". Im Libyen-Krieg forderten maßgeblich die Grünen, noch früher und noch aggressiver als die US-Administration (!) eine "Flugverbotszone", obwohl sie wussten und wissen wohin das in Jugoslawien geführt hat.

"Dany" Cohn-Bendit lügt wutrot im ZDF

Der Anführer der Grünen in Europa, Cohn-Bendit log frech im ZDF, eine Flugverbotszone wäre harmlos. Nach ARD-Angaben hat diese "Flugverbotszone" 90.000 Opfer (Tote und Vermisste) gekostet und das Land ins Chaos gestürzt und in die Fänge der Ölkonzerne zurückgetrieben.

Der Grüne Koenigs und das ZDF promoten den Krieg gegen Libyen

„Schutzverantwortung“ heisst Krieg
Mich persönlich erschüttert die Dreistigkeit mit der grüne Politiker die imperialistische Kriegsdoktrin der „Schutzverantwortung“ ("Responsibility to protect" oder "R2P") vertreten, als UNO-Prinzip darstellen und so den Leuten das Hirn vernebeln.
Kerstin Müller und Konsorten, wie Fischer, Cohn-Bendit, Beck, Fücks und Tom Koenigs, berufen sich seit den 90ern auf Jugoslawien, Kosovo, Bosnien, Srebrenica etc. je nach Bedarf, um imperialistische Kriege zu rechtfertigen. Bielefelder Parteitag 1999: Joseph Fischer und seine Führungsfiguren inklusive Roth, Bütikofer, Trittin, Künast, der Bilderberger Özdemir, Cohn-Bendit und K. Müller haben die eigenen Parteimitglieder, die noch nicht für einen „humanitären Krieg“  waren, damals hinter die Fichte geführt. Alle gemeinsam wurden aufs Volk losgelassen, das seitdem schrittweise Kriege (!) akzeptiert. Schützenhilfe bekamen sie von der SPD, als Scharping mit einer tödlichen Lüge vom serbischen Hufeisenplan den Weg für den Krieg ebnete.

 Beobachter von damals enthüllen Scharpings Lügen

Responsibility to Protect ist eine NATO-Doktrin
Am 24. 1. 2012 schrieb ich hier dazu.
Die von den imperialistischen Staaten eingeführte Responsibility to Protect ist mitnichten eine Erfindung der UNO, sondern der NATO, wie beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages zu erfahren ist: „Der Begriff „Responsibility to protect“ findet sich erstmals in einen damit betitelten Bericht der ICISS aus dem Jahr 2001. Die ICISS war eine von der kanadischen Regierung initiierte ad-hoc Gruppe hochrangiger internationaler Experten, darunter der ehemaliger deutsche Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses Klaus Naumann.“ Am Rande: Auch Kanada ist NATO-Staat. Darauf berufen sich also grüne Kriegsbefürworter. Im Falle Libyens wurde ohne jegliche Verhandlungen und auf der Grundlage von Lügen einfach losgebombt. Das ist die Responsibility to Protect!
Ein paar Gedanken in Kürze: 
  • Würde die Müller die Schutzverantwortung auch gegen die USA anwenden, wenn die wieder in ein Land einfallen wie Vietnam, Afghanistan, Irak, Grenada oder Pakistan?
  • Schutzverantwortung wurde nicht von der UNO, sondern von der NATO entwickelt, um mit dem neuem Aufdruck „humanitäre Verantwortung“ Aggressionen der NATO und ihrer Verbündeten zu kaschieren und die Kontrolle über den Teil der Welt zu erlangen, der nicht nach der Pfeife der USA tanzt.
  • Das alte internationale Prinzip der nationalen Souveränität ist nicht aufgehoben worden, auch wenn Zehntausende prostituierte Mietmäuler dies immer wiederholen. Es wird nicht wahrer.
  • Für ihre Überfälle brauchten die USA nie einen Persilschein der UNO. Aber die Budgets werden knapp. Kissinger stapelte in einer geheimen Rede 2010 vor dem IISS tief: "Die USA sind nicht länger in der Position des einzigen dominierenden Landes. Sie müssten in der Zukunft eine Führungsrolle unter anderen spielen, die der Komplexität der Welt entspricht. Die USA werden die Verantwortung für die Weltordnung mit anderen aufstrebenden Machtzentren teilen." Heisst: Alle müssen mit ran und dafür braucht man eine Generalvollmacht. Und die heisst "Responsibility to protect".
  • Oft werden auch Massaker in Ruanda zur Begründung der R2P verwendet. Wenn die USA in rohstoffreichen oder geopolitisch wichtigen Staaten irgendwo einmarschieren wollten, haben sie doch auch nie die UNO gefragt. Ein ungeeignetes Argument für das Märchen von der R2P.
  • Als die NATO Jugoslawien bombardierte und im Kosovo einmarschierte - statt zu verhandeln - wurde das von der "Psychologischen Kriegsführung (PsyOps)" und den Konzern- und Staatsmedien im Westen bejubelt. Als Russland in Südossetien dasselbe tat und den degenerierten Sakaaschwili davonjagte, jaulten jene Leute auf! Egal wer heute wo einmarschiert, der Westen gerät in Rage! Es sei denn seine Truppen oder die der wohlgefälligen Satelliten tun es.  
Nur das Prinzip der "nationalen Souveränität" schützt
Verkäufer der imperialen R2P wie Müller tun so als wäre der Schutz der nationalen Souveränität und ihr Vorrang vor der R2P schuld am Töten in den betreffenden Ländern. Damit lenken sie vom eigentlichen Problem ab. Das Prinzip der nationalen Souveränität ist gedacht als Schutz kleinerer Staaten vor den mächtigen Großen. Es stand den Aggressionen der NATO im Wege. Deshalb wurde die R2P von der NATO der UNO als Ersatz für die lästige "nationale Souveränität" untergejubelt.

Vom Kopf auf die Beine gestellt
Auszüge aus: "Responsibility to Protect? Schutzverantwortung?" von Jean Bricmont (Übersetzung H. Beyerl)
"Jede von den USA geführte aggressive Aktion kreiert eine Gegenreaktion.
Die Errichtung eines Anti-Raketenschirmes produziert mehr Raketen, nicht weniger.
Die Bombardierung von Zivilisten, ob absichtlich oder als so genannte Kollateralschäden, produziert mehr bewaffneten Widerstand, nicht weniger.
Zu versuchen, Regierungen zu stürzen oder zu zerrütten, produziert mehr interne Unterdrückung, nicht weniger.
Das Anfeuern abtrünniger Minderheiten, durch Vermittlung des oft falschen Eindrucks, dass die einzige Supermacht ihnen zur Hilfe kommen wird im Falle der Unterdrückung, führt zu mehr Gewalt, Hass und Tod, nicht weniger.
Die Einkreisung eines Landes mit Militärbasen, führt zu mehr Verteidigungsausgaben durch dieses Land, nicht weniger.
Der Besitz von Nuklearwaffen durch Israel ermuntert andere Länder im Nahen Osten, sich solche Waffen ebenfalls zu beschaffen.
Die humanitären Katastrophen in Ost-Kongo, wie auch in Somalia, gibt es hauptsächlich wegen ausländischer Interventionen, nicht wegen deren Fehlens.
Die Verteidiger der R2P mögen argumentieren, das was sich sage trifft nicht den Punkt oder politisiert das Problem unnötig, seit, laut denen, es die internationale Gemeinschaft ist - und nicht der Westen - die interveniert; darüber hinaus sogar mit der Bestätigung durch den UN-Sicherheitsrat. Doch in Wirklichkeit gibt es so etwas wie eine echte internationale Gemeinschaft nicht. Die NATO-Intervention im Kosovo wurde von Russland nicht gebilligt und die russische Intervention in Südossetien wurde vom Westen verurteilt. Vom Sicherheitsrat hätte es für beide Interventionen keine Zustimmung gegeben.
Jedes System internationaler Justiz oder Polizei, ob es R2P oder Internationaler Strafgerichtshof ist, benötigt Gleichberechtigung und ein Klima des Vertrauens. Heute gibt es keine Gleichheit und kein Vertrauen zwischen Westen und Osten, zwischen Norden und Süden, größtenteils als Ergebnis der zurückliegenden US-Politik. Wenn wir wollen, dass irgendeine Version der R2P in der Zukunft funktioniert, müssen wir zuerst ein Gleichberechtigungs- und Vertrauensverhältnis aufbauen. Die Welt kann nur sicherer werden, wenn sie erst einmal gerechter geworden ist.
Diese Gesichtspunkte werden von Millionen Menschen im Westen geteilt. Das wird leider in unseren Medien nicht wiedergegeben. Millionen Menschen, einschließlich Bürger der USA, lehnen Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte ab und sind entschieden gegen die blinde Unterstützung ihres Landes für Israels Apartheid. Sie halten an den Zielen der Blockfreien Bewegung wie internationale Zusammenarbeit unter strenger Respektierung der nationalen Souveränität und Gleichberechtigung aller Völker. Sie riskieren von den medien ihres eigenen Landes antiwestlich, antiamerikanisch oder antisemitisch denunziert zu werden. Dennoch sind sie es, die aufgeschlossen für die Sehnsüchte der übrigen Menschheit sind, für die echten Werte der westlichen humanistischen Tradition."
Das kümmert diese Müllers und Cohn-Bendits einen Dreck. Sie sind Verkäufer einer unmenschlichen, überholten Doktrin, die den Kolonialismus in einer neuen Form wieder möglich macht. In seiner gefährlichsten, weil trügerischsten Form: Eingehüllt in den „humanitären Schutz“-Mantel einer von der NATO gefügig gemachten UNO.
Das Ergebnis sind Hunderttausende Tote in Afghanistan, Irak, Pakistan, Libyen, Syrien. So sieht der "Schutz der Zivilbevölkerung" durch die NATO aus.

Syrien: Die Strasse nach Damaskus... und weiter nach Armageddon?

"Westliche Politiker und Medien  kämpfen den 3. Weltkrieg noch nicht,  doch sie reden sich hinein.”
Die Straße nach Damaskus…und weiter nach Armageddon?
von DIANA JOHNSTONE, Paris
Was, wenn Meinungsforscher Bürgern der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union die folgende Frage stellen: “Was ist wichtiger, Islamisten die Freiheit zu geben, ein säkulares Regime in Syrien zu stürzen oder einen dritten Weltkrieg zu vermeiden?”
Ich wette, die Mehrheit wäre für die Vermeidung des 3. Weltkrieges. Natürlich, die Frage wird nie so gefasst werden. Das wäre eine “realistische” Frage und wir im Westen, von den Höhen unserer moralischen Überlegenheit haben keine Zeit für vulgären “Realismus” in der Außenpolitik (ausgenommen der exzentrische Ron Paul, der Rufer in der Wüste der republikanischen Vorwahlen).
Denn in den Köpfen unserer politischen herrschenden Klasse haben die Vereinigten Staaten die Macht, "Wirklichkeiten zu schaffen". Wir brauchen nicht auf die Überreste der Realität zu achten, die wir nicht selbst erfunden haben.
Unsere künstliche Wirklichkeit kollidiert mit der Wirklichkeit die vom größten oder zumindest großen Rest der Welt wahrgenommen wird. Die Pächter dieser widerstreitenden Sicht auf die Wahrheit sind bewaffnet bis an die Zähne, einschließlich Nuklearwaffen; genug um den Planeten den Insekten zu überlassen. Theoretisch gibt es eine Möglichkeit mit dieser gefährlichen Situation umzugehen, die das Potenzial hat, zu einem Weltkrieg zu führen. Sie heißt Diplomatie.
Menschen, fähig, ungewohnte Ideen und andere als ihre eigenen Sichtweisen zu verstehen, untersuchen die Probleme des zugrundeliegenden Konfliktes und benutzen ihre Intelligenz, um Lösungen zu erarbeiten, die nicht ideal sind, aber wird zumindest Schlimmeres verhindern können.
Dafür wurde sogar eine Organisationsstruktur geschaffen: Die Vereinten Nationen. Aber die Vereinigten Staaten haben entschieden, dass sie als einzige Supermacht sich nicht wirklich der Diplomatie zu beugen brauchen, um zu bekommen, was sie wollen, und die Vereinten Nationen das Instrument der US-Politik geworden sind.
Der klarste Beweis dafür ist das Versagen des UN-Sicherheitsrates, als er den Missbrauch der mehrdeutigen  und umstrittenen Responsibility to Protect (“R2P”)-Doktrin zum gewaltsamen Sturz der libyschen Regierung nicht blockierte.
Zu Beginn dieses Jahres jubelte UN-General Ban Ki-moon: “Die Welt hat die Responsibility to Protect ‚umarmt‘ – nicht weil es leicht ist, sondern weil es richtig ist. Deshalb haben wir eine moralische Verantwortung vorwärts zu drängen.” Diese Moral sticht das grundlegende Prinzip der UNO, der nationalen Souveränität, aus. Ban Ki-moon weist darauf hin, dass das Vorantreiben der R2P nicht weniger als “der nächste Test unserer gemeinsamen Humanität” ist und kündigt an: “Der Test ist da – Syrien.”
So, der Generalsekretär der UNO betrachtet die “moralische Verantwortung” der R2P als seine Haupt-Leitlinie für die Krise in Syrien. Falls es noch irgendeinen Zweifel gibt, das libysche Beispiel demonstrierte was das bedeutet.
Ein Land dessen Führer nicht zum Klub des Westens gehört, der sich zusammensetzt aus den NATO-Staaten, Israel, dem Emirs der Golfstaaten und der Herrscherfamilie Saudi-Arabiens, wird überzogen mit oppositionellen Demonstrationen und bewaffneten Rebellionen. Dieser Mix aus beidem macht es schwierig zu unterscheiden was ist was. Westliche Mainstreammedien beeilen sich, die Geschichte nach dem Standardmuster zu erzählen: Der Herrscher eines Landes ist ein “Diktator”.  Deshalb wollen die Rebellen ihn loswerden, einfach um Demokratie nach westlichem Vorbild zu genießen. Deshalb muss das ganze Volk auf der Seite der Rebellen sein. Deshalb, wenn die bewaffneten Kräfte sich daran machen, die bewaffnete Rebellion zurückzudrängen, heisst es: “Der Diktators tötet sein eigenes Volk”.  Deshalb ist es die Schutzverantwortung (Responsibility 2 Protect) der internationalen Gemeinschaft (d.h. NATO) den Aufständischen zu helfen die bewaffneten Kräfte des Landes zu vernichten und den Diktator loszuwerden (oder zu töten.)
Das Happy End kommt, wenn Hillary ausgelassen schreit “Wir kamen, wir sahen, er starb.“ Daraufhin versinkt das Land im Chaos, wo bewaffneten Banden sich herumtreiben, Gefangene gefoltert werden, Frauen werden beschränkt, Gehälter werden nicht gezahlt, Bildung und Sozialwesen würden vernachlässigt, aber Öl wird gefördert und der Westen, ermuntert von dem Erfolg, geht an die „Befreiung“ eines anderen Landes. Das war zumindest das libysche Modell.
Abgesehen davon, in Syrien ist die Sache komplizierter.
Im Gegensatz zu Libyen hat Syrien eine ziemlich starke Armee. Im Gegensatz zu Libyen  hat Syrien einige Freunde in der Welt. Im Gegensatz zu Libyen liegt Syrien neben Israel. Und vor allem die Mannigfaltigkeit der der religiösen Gemeinschaften in Syrien ist viel  größer und potentiell explosiver als die  Stammesfeindschaften in Libyen. Die Vorstellung, “das Volk” von Syrien sei einmütig vereint in dem Verlangen eines sofortigen Systemwechsels ist noch absurder.
Parlamentarische Demokratie ist ein Spiel, gespielt auf der Grundlage eines Gesellschaftsvertrages, eines allgemeinen Konsenses, zu akzeptieren, daß, wer die meisten Stimmen bekommt, das Land regiert. Aber es gibt Gesellschaften, in denen dieser Konsens einfach nicht vorhanden ist, wo das Misstrauen zwischen den verschiedenen Teilen der Bevölkerung zu groß ist.
Das könnte sehr gut in Syrien der Fall sein, wo bestimmte Minderheiten, darunter vor allem die Christen und Alawiten, Grund haben, die sunnitische Mehrheit zu fürchten, die von Islamisten geführt werden könnte, die keinen Hehl aus ihrer Feindseligkeit gegenüber anderen Religionen machen. Und doch, vielleicht ist die Zeit gekommen, das Misstrauen zu überwinden und für eine parlamentarische Demokratie mit Garantien für MinderheitenAllerdings ist ein sicherer Weg, einem solchen Schritt in Richtung Demokratie einen Rückschlag zu versetzen, ein Bürgerkrieg, der gewiss Hass und Misstrauen zwischen den Volksgruppen belebt und verstärkt.
Letzten Monat, auf dieser Seite, verwies Aisling Byrne auf die Ergebnisse einer öffentlichen Meinungsumfrage, bezahlt von keiner geringeren als der "Qatar Foundation", die nicht verdächtigt werden kann für das Assad-Regime zu arbeiten, angesichts der führenden Position von Katars königlicher Familie beim Umsturz des Regimes. Das wichtigste Ergebnis war, dass “ während die meisten Araber außerhalb Syriens finden, der Präsident sollte zurücktreten, ist die Einstellung im Land eine andere.  Etwa 55% der Syrer wollen, dass Assad bleibt, motiviert von der Befürchtung eines Bürgerkrieges  – ein nicht nur theoretisches Gespenst, so wie für diejenigen, die außerhalb Syriens Grenzen leben. Die weniger gute Nachricht  für das Assad Regime ist, dass die Umfrage herausfand, die Hälfte der Syrer die ihn an der Macht akzeptieren, glauben, er muss freie Wahlen in naher Zukunft einleiten.”
Das zeigt eine sehr komplexe Situation an. Die Syrer wollen freie Wahlen, doch sie ziehen es vor Assad, an der Macht zu lassen, um sie zu organisieren. Da dies der Fall ist, scheinen die russischen diplomatischen Bemühungen, das Assad-Regime zu drängen, seine Reformen zu beschleunigen, im Wesentlichen mit der syrischen öffentlichen Meinung übereinstimmen.
Während die Russen Präsident Assad drängen, die Reformen zu beschleunigen, befiehlt ihm der Westen die Gewalt zu stoppen (das bedeutet seinen bewaffneten Kräften zu befehlen zu kapitulieren) und zurückzutreten. Keine dieser Mahnungen wird wahrscheinlich Folge geleistet. Die Russen würden beinahe sicher die Eskalation der Gewalt stoppen, aus ihren eigenen guten Gründen, doch das heißt nicht, dass sie die Macht dazu hätten. Ihre Bemühungen einen Kompromiss zu vermitteln - verächtlich gemacht und sabotiert durch der Unterstützung des Westens für die Opposition -  brachte sie in die Position für das Blutvergießen beschuldigt zu werden, dass sie vermeiden wollen.  In einer sich vertiefenden Bürgerkriegssituation, hat das Regime, jedes Regime - das ist einfach zu verstehen -  erst mal die Ordnung wieder herzustellen bevor es irgendwas anderes tut. Und die Wiederherstellung der Ordnung unter diesem Umständen bedeutet mehr Gewalt, nicht weniger.
Die Forderung “das Töten des eigenen Volkes zu stoppen“ impliziert eine Situation in welcher der Diktator - wie ein Menschenfresser in einem Märchen - passive Unschuldige geschäftig verschlingt. Er sollte aufhören und dann würden alle Leute friedlich ihrer Wege gehen und auf freie Wahlen warten, die die Segnungen von Harmonie und Menschenrechten brächten. Im wahren Leben, falls sich die Armee aus Gebieten zurückzieht wo die bewaffneten Rebellen sind, würde das bedeuten, diese Gebiete den Rebellen zu übergeben.  Und wer sind diese Rebellen?
Wir wissen es einfach nicht.  Jemand der es besser weiss als wir ist Osama Bin Ladens Nachfolger als Kopf der Al Kaida, Ayman al-Zawahiri, der in einem Video zu sehen ist, wo er Muslime in der Türkei und Nachbarländern auffordert, die Rebellen in Syrien zu unterstützen. Während unkontrollierte bewaffnete Gruppen um die Kontrolle kämpfen, fordert der Westen hartnäckig “Assad muss zurücktreten”. Das ist noch nicht einmal ein Ruf nach einem Regimewechsel. Das ist der Ruf nach der Selbstzerstörung des Regimes.
Wie in Libyen würde das Land de facto an rivalisierende bewaffnete Gruppen übergeben: Jene Gruppen die insgeheim von der NATO über Türkei und Katar bewaffnet werden. Wie auch immer, das wahrscheinliche Ergebnis wäre ein Mehr-Fronten-Bürgerkrieg, noch viel schrecklicher als in Libyen, wegen der multiplen religiösen Unterschiede. Doch für den Westen würde ein Chaos und Selbstzerstörung des Regimes den sofortigen Vorteil bringen, dass dem Iran am Vorabend eines israelischen Angriffes sein potentieller Verbündeter genommen würde. Wenn Irak und Syrien durch interne religiöse Konflikte neutralisiert wären, würde die Strangulation Irans viel leichter – nehmen die westlichen Strategen offenbar an. 
Zumindest anfänglich verlässt sich die Kampagne zur Zerstörung des Assad Regimes lieber auf Subversion als auf einen gänzlichen militärischen Angriff wie in Libyen. Von der Kombination drastischer wirtschaftlicher Sanktionen und der Unterstützung bewaffneter Rebellen, einschließlich Kämpfer aus dem Ausland, bemerkenswerterweise Libyen (wer auch immer sie sind) - Berichten zufolge bereits unterstützt durch Special Forces aus  Großbritannien und Katar -  wird erwartet, das Land zu schwächen, damit das Regime zusammenbricht. Doch eine dritte Waffe in diesem Angriff ist die Propaganda, ausgeführt von den Mainstreammedien, die wie gewohnt Vorkommnisse nach dem Muster berichten: “Teuflischer Diktator tötet sein eigenes Volk.” Etwas an der Propaganda muss stimmen, etwas ist gefälscht, doch alles ist selektiv. Die Opfer sind alle Opfer des Regimes, niemals der Rebellen. Die vielen Syrer, die die Rebellen mehr als die gegenwärtige Regierung fürchten, werden natürlich von den Mainstreammedien ignoriert, obwohl deren Proteste im Internet zu finden sind.  Eine spezielle Kuriosität der Syrien-Krise ist, wie der Westen - so stolz auf sein  die “jüdisch –christliche” Erbe - aktiv die totale Eliminierung der uralten christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten begünstigt. Die Rufe des Protestes der syrischen Christen, die sich auf den Schutz durch die säkulare Regierung Assad, an der Christen teilhaben, verlassen, und dass sie und andere Minderheiten wie die Alawiten, gezwungen wären zu fliehen, falls der Westen diesen Weg weitergeht, stoßen auf taube Ohren.

Die Story von Diktatoren die ihr eigenes Volk töten, beabsichtigt in erster Linie die harten Massnahmen des Westens gegen Syrien zu rechtfertigen. Wie in Bosnien erregen die Medien öffentliche Empörung, um die US-Regierung zu etwas zu drängen was sie bereits tut: Die Bewaffnung muslimischer Rebellen, alles im Namen des “Schutzes der Zivilbevölkerung”.
Letzten Dezember sagte der Nationale Sicherheitsberater der USA Tom Donilon, das “Ende des Assad Regimes würde Irans schwersten Rückschlag in der Region bedeuten – ein strategischer Schlag der das Machtgleichgewicht in der Region weiter gegen Iran verschieben würde.”  Der “Schutz der Zivilbevölkerung” ist nicht die Hauptsorge der US-Beamten. Die denken an Sachen wie das Machtgleichgewicht zwischen Gebetsfrühstück und Menschenrechtsreden. Allerdings ist die Sorge um das Gleichgewicht der Macht ein Luxus, der weniger tugendhaften Mächten wie Russland und China nicht zugebilligt wird. Sicher kann die Verschiebung des Machtgleichgewichts in der Region nicht auf ein einzelnes Land, den Iran, beschränkt werden. Es soll die Macht Israels vergrößern und natürlich der USA. Und den Einfluss Russlands zu schwächen. Syrien in ein hilfloses Chaos zu stürzen, ist Teil des Krieges gegen den Iran, und es ist immanenter Bestandteil der Kampagne, den Einfluss Russlands und schließlich Chinas zu reduzieren.
Das kürzlichen Veto Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat war ein höflicher Versuch diesen Prozess zu bremsen. Die Ursache des Vetos war die Entschlossenheit des Westens eine Resolution durchzupeitschen die den Rückzug der syrischen Regierung aus den umkämpften Gebieten forderte ohne die Präsenz bewaffnete Rebellengruppen zu berücksichtigen, die darauf warten sie zu übernehmen. Wo die Resolution des Westens das Assad Regime zum “Abzug allen Syrischen Militärs und bewaffneter Kräfte aus Orten und Städten und deren Rückkehr in ihre Heimatkasernen.” aufruft wollten die Russen hinzufügen: “In Verbindung mit dem Ende der Angriffe bewaffneter Gruppen gegen staatliche Einrichtungen und Wohnviertel und Städte” Der Zweck war zu verhindern, dass bewaffnete Gruppen einen Vorteil aus diesem Vakuum in den evakuierten besetzten Gebieten ziehen (so wie es unter ähnlichen Umständen in Jugoslawien geschah). Die Ablehnung des Westens, die bewaffneten Rebellen zu zügeln, wurde gefolgt vom russischen und chinesischen Veto am 4. Februar.
Das Veto löste einen Schwall von Beleidigungen der westlichen selbsternannten “Menschenfreunde” aus. In einem offensichtlichen Versuch, einen Keil zwischen die beiden widerspenstigen Mächte zu treiben, verkündete ein US-Sprecher, der Hauptschurke wäre Russland, schuldig der Freundschaft mit dem Assad Regime. Russland ist augenblicklich Ziel einer außergewöhnlichen Propaganda-Kampagne; darauf gerichtet, Putin zu dämonisieren, da ihn eine lebendige Kampagne zu seiner Wahl als Präsident erwartet. 
Ein prominenter „New York Times“-Kolumnist führte die russische Unterstützung für Syrien  auf angebliche Ähnlichkeiten zwischen Putin und Assad zurück. Wie wir in Jugoslawien sahen, ein Führer, gewählt in einer freien Mehrparteien-Wahl ist ein Diktator, wenn seine Politik dem Westen missfällt.  Der klägliche Alkoholiker Jelzin war der Liebling des Westens, obwohl er auf sein Parlament schoss. Der Grund war offensichtlich: Er war schwach und leicht manipulierbar. Der Grund weil der Westen Putin hasst ist gleich und symmetrisch: Er scheint entschlossen, die Interessen seines Landes gegen westlichen Druck zu verteidigen.
Die Europäische Union ist das Schoßhündchen der USA geworden. Diese Woche fährt die EU fort das griechische Volk zu verarmen, um u. a. Geld herauszupressen, das bei deutschen und französischen Banken geliehen worden war, um teure modern Waffen zu bezahlen, die von Deutschland und Frankreich an Griechenland verkauft wurden. Die Demokratie in Europa wird unterminiert von der Unterwürfigkeit unter eine dogmatische Finanzpolitik.   Arbeitslosigkeit und Armut drohen mehr und mehr die Stabilität der Mitgliedsstaaten zu bedrohen.  Doch was ist der Tagesordnungspunkt im EU-Parlament diese Woche? “Die Situation in Russland”. Man kann auf die Redner in Strasbourg zählen, die Russland “Demokratie” lehren. Amerikanische Experten und Karikaturisten haben die Doppelmoral vollständig verinnerlicht, dass Russlands vergleichsweise moderate Waffenlieferungen an Syrien als zynische Unterstützung einer Diktatur angeprangert werden, während die gigantischen Waffenlieferungen der USA an Saudi-Arabien und die Golfstaaten niemals als erheblich für die autokratische Natur dieser Regimes angesehen werden (allenfalls können sie aus völlig fiktiven Gründen eine Bedrohung für Israel zu sein kritisiert werden). Um “demokratisch” zu sein, soll Russland in einem Akt der Selbstunterwerfung mit Washington kooperieren, während  die USA den Aufbau eines Raketenschildes vorantreiben, das ihnen theoretisch die nukleare Erst-Schlags-Fähigkeit gegen Russland geben würde, während sie Waffen an Georgien für einen neuen Krieg gegen Russland in Südossetien liefern und während sie fortfahren, Russland mit Militärbasen und feindlichen Verbündeten einzukreisen.
Westliche Politiker und Medien kämpfen den 3. Weltkrieg noch nicht, doch sie reden sich hinein. Und Ihre Aktionen sprechen lauter als ihre Worte … vor allem zu jenen, die die fähig sind zu verstehen wohin diese Aktionen führen. So wie die Russen. Die westliche kollektive Wahnvorstellung von der eigenen Erhabenheit, die Illusion von der Macht “Realität zu erschaffen”, hat eine Wucht die die Welt in Richtung einer riesigen Katastrophe führt. Aber was kann sie stoppen? Ein Meteor aus dem Weltraum vielleicht?

Diana Johnstone ist die Autorin von Fools Crusade: Yugoslavia, NATO and Western DelusionsSie ist erreichbar über diana.josto@yahoo.fr.

Veröffentlichung und Übersetzung des Artikels aus Counterpunch von Hartmut Beyerl, mit freundlicher Genehmigung der Autorin.